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Simone aus Berlin

MTBeer Wochenbericht 16.09. -23.09.2017

Simone aus Berlin

Meine Erwartung

Ehrlich- recht gering. Ich hatte eigentlich vor, in der 3. Septemberwoche mit dem Mountainbike die Alpen zu überqueren, doch leider wurde die Reise kurzfristig abgesagt.

Also Plan B ausarbeiten und irgendwann über Adventure Tours bei MTBeer auf der Webseite gelandet: Ganz schön teuer (Franken!), das Bike auch noch extra, inklusive sind nur eine Tagestour, ansonsten nur Halbtagestouren.

Und dann Toskana – das letzte Mal war ich aus kulturellen Gründen dort…. 

Aber Berge zum MTB fahren? Ich kann mich an ein paar Hügel erinnern…. Na egal, was Anderes gab’s nicht und wenigstens waren die Wetteraussichten gut.

 

Das Offensichtliche

Die Unterkunft: ***** Das Il Cicalino ist ein wunderschön gelegenes weitläufiges Agriturismo mit relativ weit entfernt liegenden Unterkünften, das Essen super, der Koch ein Unikat.
Die Berge und Trails:******Klar keine Alpenlandschaft, aber die Maremma mit ihren Wäldern, Feldern und Hügeln bietet mir doch mehr als ich ursprünglich zu hoffen gewagt hatte: Wirklich geniale, naturbelassene, lange Trails, bergauf wie bergab spaßig. Die Landschaft abwechslungsreich, die Berge durchaus fordernd. Das Freeride-Areal direkt hinter der Unterkunft großartig- auch wenn ich nur von den zwei einfachsten Trails sprechen kann- Potential nach oben vorhanden! 

Unsere Gruppe: Klein, 7 Personen zwischen Mitte 40 und 60 Jahren, sportlich und bis auf mich (Berliner) alles Schweizer, was mich sprachlich oft herausforderte: Was zum Beispiel der Zuruf des Guides: „ABBESCHALTN“ bedeutet, lernte ich erst, als ich am Steilanstieg vom Rad steigen musste….

MTB-Touren und Organisation: ****Mein Wunsch zu erfahren, welche Strecken am nächsten Tag angeboten werden, blieb täglich aufs Neue bis zum Ende der Fahrt unerfüllt, dabei fand ich meine Frage nach Länge der Strecke, Höhenmeter und Anspruch durchaus berechtigt. Naja, aber was schlussendlich geboten wurde, war großartig: Zwei Leistungsgruppen (500 -1400Hm), wirklich tolle Routen, hervorragend gebriefte und geschulte Guides, das Cafe zum Mittag immer zur richtigen Zeit, das wiederholte Aufeinandertreffen der beiden Gruppen wie zufällig irgendwo im Wald, sehr angenehm. Die Fahrt nach Elba war sicher das Highlight der Woche- trailtechnisch sowie landschaftlich. Für beide Gruppen, Cappuccinos (50 km und 830 Hm) und Ferraris (65km, 1400 Hm), Genuss pur.

Leihbikes und Radservice*****: Ein spontaner Ausspruch von Anna (Seniorin des Bikesports) nach gelungenem Trail auf Elba beschreibt es am besten: „GEILES BIKE!!“. Leihgebühr von 155€ für eine Woche für neueste Modelle (2018) von BIXS im Wert von ca. 7000 Franken ist mehr als fair. Die Blicke der Teilnehmer konkurrierender MTB-Reiseveranstalter auf der Fähre nach Elba, neidvoll. Zudem Top-Service von Housi & Co: Pedale, Sattel, Federung- alles perfekt eingestellt. Und geölt und gefettet wurden die Räder sobald man sie vor der Tour nur abgelegt hatte….

Besides the Tours: Führung durch Massa Marittima, Weindegustation, Ölmühle, Fahrradpflege etc. das Rahmenprogramm bietet mehr als genug. 


Was mich am meisten beeindruckt hatte war aber: Das Verborgene

Nicht zufällig durchzieht die Maremma so ein breites und vielseitiges Netz an Trails in hervorragender Qualität: Seit vielen Jahren fährt Housi jedes Jahr im Februar mit Freunden in das Gebiet um neue Strecken zu erkunden und neue Trails anzulegen: Bäume fällen, Sträucher und Dornenbüsche entfernen, Brücken bauen, Schutzgeländer aufstellen- 500 Stunden Arbeit, jedes Jahr.

Und nachmittags, wenn die Teilnehmer bei Wein und Wildschweinsalami entspannt im Schatten der Olivenbäume sitzen oder im Whirlpool entspannen? Da gehen die Guides mit Schere und Hacke in die Wälder und entfernen Dornengestrüpp und Bäume um die Trails für den nächsten Tag zu präparieren oder Bäume zu entfernen die beim letzten Starkregen auf die Strecke gefallen sind.

Und das zufällige Treffen der Ferrari und Cappuccino-Gruppe während des Tages? Kein Zufall, ausgetüftelt und auf die Minute geplant, weil die Teilnehmer es mögen.

Und die Mittagspause im Kaffee irgendwo in der Pampa?  Muss am Vortag bestellt und angemeldet werden, da viele Bars in dieser Jahreszeit schon längst geschlossen haben. Auch das erfährt man nur auf Anfrage.

Und das Essen unserer mitgebrachten Sandwiches im Cafe auf Elba, eine selbstverständliche Geste des italienischen Cafebesitzers? Nein, auch hier wird im Vorfeld angefragt, ob die „Beers“ auch mit eigenem Essen vorbeikommen dürfen.

Dieses bescheidene, engagierte und professionelle agieren im Hintergrund hat mich beeindruckt- der Kunde merkt gar nicht wieviel Arbeit im Hintergrund geschieht, um ihm den Aufenthalt so entspannt wie möglich zu machen-

Mein Fazit: Toll, ankommen, einlassen, vertrauen-  wenn man das kann und nicht den Anspruch hat von früh bis spät auf dem Rad zu sitzen- ein wundervoller Ort einen entspannten Urlaub zu verbringen!


Simone K.

Samstag, 23. September 2017