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Fussballer wird Biker

Matthias der Fussballer wird Biker

Im Dezember 2017 hat mich meine Freundin überredet an die Ferienmesse in Bern zu gehen. Wiederwillig ging ich mit, bestand aber darauf in den aktiven Teil der Messe zu gehen, wo das Thema Biken war. Gerade angekommen, sind wir an den mtbeer Stand gelangt. Dort hat uns Erika mit ihrer sympathischen Art und der erlebnisorientierten Beschreibung rund um die Bikeferien in der Toskana völlig mitgerissen. Mit allen Unterlagen und einer Erstreservierung in der Tasche, sind wir zufrieden nach Hause gefahren.

Die Ferien gebucht, die Unterlagen erhalten und die nötigsten Bikeutensilien gekauft oder geborgt, machten wir uns auf den Weg in die schöne Toskana. Wir waren ja beide völlige Bike Anfänger...
Dementsprechend waren wir auch nervös was uns da erwartet...

Erster Eindruck vom Agriturismo «Tenuta il Cicalino & Parco dei Lecci » war wunderschön. Die Jahreszeit mit der blühenden Vegetation hat natürlich auch ihren Teil dazu beigetragen. Zimmer Ceppo 3 (später mehr dazu) bezogen, geborgte Bikeschuhe eingepackt ging es auf zur Bikeausgabe.

  • - Tschou i bi dr Mätthu
  • - Housi, freut mi! Bisch scho biket?
  • - Nei
  • - Bisch aber fit?
  • - Ja, das bini!
  • - Ok, hie dis Bike!

Alright, das war also meine Maggina für die kommende Woche. Zurück ins Ceppo 3 geradelt, haben wir uns umgezogen und uns auf den Weg zum Willkommens Apéro und Nachtessen gemacht.
Und jetzt, haben wir uns das erste Mal gefragt, ob sie uns als Anfänger absichtlich ins gefühlt 15km abgelegene Ceppo 3 einquartiert hatten? Konnte aber nicht sein, da neben uns lauter Profis wohnten. Musste also einen anderen Hintergrund haben...
Die wichtigsten Infos im Rucksack und ein erstes Mal allen Gästen erzählt, wo man her kommt, was man arbeitet und dass wir völlige Anfänger sind, gingen wir schlafen.

Nach dem ausgewogenen und sportlichen Frühstücksbuffet, besammelten wir uns auf dem Kiesplatz.
Gruppeneinteilung...

Cappuccino, Cinquecento oder Alfa Romeo waren die 3 Kategorien.

Mit meinen Fussballkleidern und ohne Erfahrung reihte ich mich, zusammen mit meiner Liebsten, bei den Cappuccis ein.
Eine super Entscheidung. Gemütlich fuhren wir mit Guide Daniela los durch die fantastische Landschaft. Auch bei den Cappuccis waren einige heimliche Profis dabei, welche rasch zu Thempomachern wurden. Hans und Traudi machten mächtig Dampf.
Mein kleines Töggeli im Kopf sagte mir, da musst du mithalten und zeigen was du drauf hast. Hast ja schliesslich Housi gesagt, dass du fit bist...

Also Hopp! Den ersten Aufstieg mit den Tempomachern überstanden. Aber es ging natürlich um keinen Wettkampf. Man hat zusammen die wunderschöne Natur und das ebenso schöne Hobby Biken genossen.
Wir waren aber ja immer noch die blutigen Anfänger...

Das merkte man spätestens wieder, als die arme Bea einen Platten hatte. Ich wäre wohl heute noch dort und würde studieren, was ich jetzt machen würde... Nicht so Daniela... Sie hat sich das Bike geschnappt und ehe ich überhaupt gemerkt habe, dass jemand einen Platten hatte, war der neue Schlauch schon drauf und Bea war bereits wieder unterwegs! Toll.

Zurück im Cicalino, gab es eine Stärkung, bestehend aus Salat und Pasta... Mmhhhh, war super und genau das Richtige für uns 2 erschöpfte Anfänger.

Anschliessend hiess es, Bike putzen.
Ich dachte ja, Franz macht das für mich... Weit gefehlt...

  • - Das Bike kannst du hier auf den Ständer stellen.
  • - So?
  • - Genau.
  • - Hier hast du Schlauch, Bürste etc. zum Putzen.
  • - OK, danke.

Zum Glück putzte der fleissige Franz sein Bike neben mir, so konnte ich immer ein wenig spicken, welcher Reinigungsschritt als nächster folgt. So sah ich auch nicht wie der völlige Horst daneben aus.
Meine Liebste machte das etwas cleverer als ich. Sie hat nämlich das Bike in ein E-Bike getauscht und die nette Daniela sagte, dass sie das Alte nur hinstellen könne... Sowas aber auch.
Ja nu, weitere 20km (gefühlt wurde das immer mehr) zum Ceppo 3 zürück geradelt, gönnten wir uns eine Abkühlung im Pool. Das tat gut.

Gestärkt von einem weiteren fantastischen Abendessen, einer super ruhigen Nacht und dem darauf folgenden Morgenessen warteten wir wieder auf dem Kiesplatz. Warm waren wir ja bereits nach der 22km Fahrt vom Ceppo 3 zum Morgenessen.

Nun meldete sich wieder mein Töggeli im Kopf und sagte: So, heute kannst du mit den Cinquecentos fahren.
Auf los geht's los! Ein Aufstieg mit gefühlten 93% Steigung ins Bauerndorf Niccioleta folgte. Ich sehnte mich nach den Cappuccis. Nach dem Aufstieg folgte aber bereits die tägliche Kaffeepause, wo wir auch die anderen Gruppen trafen.
Meine Liebste blieb bei den Cappuccis und machte sich etwas Sorgen, als sie mich so erschöpft beim Kaffeehalt sah... Komm doch wieder mit uns, sagte sie. Aber nichts da, sagte mein Töggeli im Kopf. Schliesslich habe ich Housi gesagt, dass ich fit sei...

Die Tour wurde wie die Erste auch wunderschön und meine Maggina und das Biken gefielen mir immer besser.
Nach der Tour das übliche Prozedere. Eine Stärkung im Restaurant, Rückblick auf die Tour, Franz wollte mein Bike leider immer noch nicht putzen und die Strecke zum Ceppo 3 wurde immer länger.

Die nächsten 3 Tage vergingen wie im Flug. Dienstag wunderschöne Tour. Mittwoch Fahr und Techniktraining im mtbeer Park (sehr zu empfehlen). Ich lernte von Housi sogar noch den einen oder anderen Special Trick.

Das cheibe Biken gefiel mir immer besser. Auch meine Martina hatte ihren Spass.

Nur ein Problem machte uns langsam zu schaffen. Durch die gefühlten 222 extra Kilometer zum geliebten Ceppo 3 meldete sich unser Hinterteil... Es rebellierte und bei jedem erneuten Hinsetzen schrie es auf... Da nützte auch die Spezialcreme aus der Apotheke nichts...

Donnerstag folgte eine fantastische Tagestour auf die Insel Elba. Sonne, Meer, tolle Leute, meine Liebste und meine Maggina. Fazit nach der Rückfahrt mit der Fähre: Keine Pendenzen und leicht einen sitzen!

So, die 35 Zusatzkilometer betreffend Ceppo 3 waren mittlerweile Peanuts. Mein Töggeli im Kopf sagte mir: Heute ist dein Tag. Am letzten Tag fährst du mit den Alfa Romeos. Weil ihr wisst ja, Housi und fit und so...

Attacke, los gings mit den Pro's. Und was machten diese Wahnsinnigen...? Sie fuhren den Spaghetti Trail hoch... Einen der schwierigsten Trails der Welt (habe ich gehört). Hoch, nicht hinunter, bergauf, Steigung von gefühlten 97%, technisch nicht ohne...
Aber wie gesagt, die Sache mit dem fit und Housi peitschte mich den Trail hoch!

Die Aussicht da oben auf dem Monte Arsenti entschädigte für den Aufstieg, wunderschön!
Und nach dem Hoch folgt immer das Ab und das war umso schöner. Jonas donnerte den Wald hinunter und wir hinterher.

Und dann endlich, endlich war es soweit. Nach der letzten Tour putzte Franz mein Bike.
OK, ich durfte es nur abgeben, da sie es für den Rücktransport vorbereiteten.
ABER... Die zusätzlichen 43km zum Ceppo 3 durften wir nun zu Fuss machen. Ich vermisste meine Maggina...
Und so ging diese Woche, mit zahlreichen wunderschönen Erinnerungen und zum Glück unfallfrei, zu Ende.

Dies ein kleiner Einblick in unsere ersten unvergesslichen Bikeferien. Grazie mille a tutti!

Einen grossen Dank an die Cicalino Crew. Sehr freundliche und Detail gepflegte Arbeit.
Nur schon das Agriturismo «Tenuta il Cicalino & Parco dei Lecci » ist die Reise wert.

Einen freundschaftlichen Handschlag auch an die tolle Gruppe. Ihr Alle habt uns einen fantastischen Einstieg in die Bikewelt ermöglicht. Die Gespräche wurden durchaus noch tiefgründiger, als wo kommst du her und was arbeitest du! Wir denken mit einem Lächeln im Gesicht an euch zurück.

Und zu guter Letzt ein riesen Dankeschön an Erika, Housi, Franz, Bruno, Daniela und Jonas. Unsere Organisatoren / Guides in dieser Woche. Ihr macht einen fantastischen Job und ich bin immer noch überwältigt von der familiären, herzlichen und zugleich super professionellen Art.

Es verwundert mich gar nicht, dass ihr das 30-jährige Jubiläum feiert. Wir wünschen euch von Herzen weitere tolle, einzigartige Momente und Begegnungen.


Mätthu

Sonntag, 10. Juni 2018